{"id":57993,"date":"2022-07-05T15:23:36","date_gmt":"2022-07-05T15:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/belux.edmo.eu\/?p=57993"},"modified":"2022-07-06T06:41:53","modified_gmt":"2022-07-06T06:41:53","slug":"dieses-ukrainische-einkaufszentrum-war-nicht-wie-von-russland-behauptet-whrend-eines-raketenangriffs-geschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/belux.edmo.eu\/de\/dieses-ukrainische-einkaufszentrum-war-nicht-wie-von-russland-behauptet-whrend-eines-raketenangriffs-geschlossen\/","title":{"rendered":"Dieses ukrainische Einkaufszentrum war nicht wie von Russland behauptet w\u00e4hrend eines Raketenangriffs geschlossen"},"content":{"rendered":"<p><b>Am 27. Juni 2022 wurde die ukrainische Stadt Krementschuk von zwei russischen Raketen getroffen. In Folge des Angriffs wurde ein Einkaufszentrum zerst\u00f6rt, wobei mindestens 18 Menschen ihr Leben verloren. Russland bestreitet, das Einkaufszentrum beschossen zu haben und behauptet zudem, es sei zu diesem Zeitpunkt geschlossen gewesen. Auch in sozialen Netzwerken haben Hunderte User den t\u00f6dlichen Angriff infrage gestellt. Als Beleg soll ein Screenshot von Google Maps dienen, wonach das Einkaufszentrum zum Zeitpunkt des Angriffs geschlossen gewesen sei. Zeugenaussagen und andere von AFP gesammelte Beweise zeigen jedoch, dass das Einkaufszentrum bis zu dem Angriff f\u00fcr Kunden ge\u00f6ffnet war. <strong>\u00a0F\u00fcr die Behauptung Russlands, das Einkaufszentrum sei lediglich durch ein Feuer zerst\u00f6rt worden, gibt es keine Belege.<\/strong>\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Wie mehrere Nachrichtenagenturen (<a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/world\/europe\/russian-missiles-hit-crowded-shopping-mall-central-ukraine-zelenskiy-2022-06-27\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier, <\/a><a href=\"https:\/\/apnews.com\/article\/russia-ukraine-politics-united-nations-terrorist-attacks-be890f11b0a5abfb41ddb1cfc8d5b212\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier<\/a>), darunter auch <a href=\"https:\/\/www.france24.com\/en\/live-news\/20220627-at-least-16-killed-in-missile-strike-on-crowded-ukrainian-mall\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">AFP<\/a>, berichteten, schlug am 27. Juni 2022 eine russische Rakete in einem Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk ein. Nach ukrainischen Angaben wurden dabei mindestens 18 Menschen get\u00f6tet und 60 weitere verletzt. Dutzende Menschen werden noch vermisst.<\/p>\n<p>Der ukrainische Pr\u00e4sident Wolodymyr Selenskij <a href=\"https:\/\/perma.cc\/8R7N-BGWJ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">verurteilte<\/a> den Angriff auf das Einkaufszentrum als &#8222;einen der schamlosesten terroristischen Akte in der europ\u00e4ischen Geschichte&#8220;. Das russische Milit\u00e4r <a href=\"https:\/\/perma.cc\/37E5-TE5D\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">bestritt<\/a> dagegen, das Einkaufszentrum angegriffen zu haben und behauptete zudem, dass es zum Zeitpunkt des Angriffs nicht ge\u00f6ffnet gewesen sei. In einer Erkl\u00e4rung gegen\u00fcber der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Nowosti vom 28. Juni 2022 erkl\u00e4rte das russische Verteidigungsministerium, es habe am 27. Juni 2022 ein Waffenlager in der Zentralukraine angegriffen. Die dabei ausgel\u00f6sten Explosionen h\u00e4tten zu einem Brand in einem geschlossenen Einkaufszentrum gef\u00fchrt. Der Angriff habe &#8222;ein Depot mit Waffen und Munition aus den USA und europ\u00e4ischen L\u00e4ndern in der N\u00e4he der Automobilfabrik Krementschuk&#8220; getroffen, hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung des russischen Milit\u00e4s. &#8222;Die Explosionen der Munition f\u00fcr westliche Waffen l\u00f6sten einen Brand in dem nahe gelegenen Einkaufszentrum aus, das zu diesem Zeitpunkt nicht in Betrieb war.&#8220;<\/p>\n<p>Am 29. Juni 2022 <a href=\"https:\/\/twitter.com\/AFP\/status\/1542249790775459841\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">bestritt<\/a> auch der russische Pr\u00e4sident Wladimir Putin, dass Moskaus Streitkr\u00e4fte f\u00fcr den Angriff auf das Einkaufszentrum verantwortlich seien. &#8222;Unsere Armee greift keine zivilen Einrichtungen an. Wir haben alle M\u00f6glichkeiten zu wissen, was sich wo befindet&#8220;, <a href=\"https:\/\/www.thesouthafrican.com\/news\/world-news\/did-putin-strike-kremenchuk-mall-ukraine\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">sagte Putin<\/a> bei einem Besuch in der turkmenischen Hauptstadt Aschgabat, wie AFP berichtete.<\/p>\n<p><strong>Die Behauptung:<\/strong>Diese Version der Ereignisse wurde auch von Nutzerinnen und Nutzern in sozialen Medien aufgegriffen, wo Hunderte User einen Screenshot von Google Maps auf <a href=\"https:\/\/perma.cc\/LD24-H7V3\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Facebook<\/a> teilten. Auch auf <a href=\"https:\/\/perma.cc\/GB9C-CF3T\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Telegram<\/a> sahen Hunderttausende den Screenshot. Dieser zeigt den Google-Maps-Eintrag des Einkaufszentrums Amstor, das dort als geschlossen markiert ist. Die User stellen daraufhin die ukrainische Darstellung der Ereignisse in Krementschuk infrage: &#8222;Was soll man glauben? In der Ukraine soll ein Einkaufszentrum der &#8218;Amstor&#8216;-Kette getroffen worden sein&#8220;, schreibt ein Nutzer und f\u00fcgt den Screenshot von Google Maps hinzu, wobei er die Berichte von Journalistinnen und Journalisten \u00fcber das Ereignis anzweifelt. \u00c4hnliche Behauptungen verbeieteten sich auch auf <a href=\"https:\/\/perma.cc\/P2JS-AG99\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Englisch<\/a>, <a href=\"https:\/\/perma.cc\/8EVA-8RX6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Franz\u00f6sisch<\/a> und <a href=\"https:\/\/perma.cc\/HXL7-24NE?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Finnisch<\/a>.<\/p>\n<p>Die von AFP gesammelten Beweise, daruntunter Online-Videos und Kassenzettel von Gesch\u00e4ften aus dem Einkaufszentrum, zeigen jedoch, dass das Einkaufszentrum in den letzten Monaten und Wochen vor dem russischen Angriff f\u00fcr den normalen Gesch\u00e4ftsbetrieb ge\u00f6ffnet war.AFP sprach au\u00dferdem mit mehreren Opfern, die im Einkaufszentrum von Krementschuk verletzt wurden.<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/b0f84239afaadb0556a14ea21fda6b13dd99f8f3-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Facebook-Screenshot der Behauptung: 30.06.2022<\/span><\/div>\n<p><b>Eintr\u00e4ge auf Google Maps sind nicht zwingend korrekt<\/b><\/p>\n<p>Die Behauptungen in den sozialen Medien \u00fcber die Schlie\u00dfung des Einkaufszentrums beruhen auf einem Screenshot von <a href=\"https:\/\/www.google.com\/maps\/place\/Amstor\/@49.0702474,33.4225594,17z\/data=!3m1!4b1!4m5!3m4!1s0x40d75322b00163bb:0x9981e1c6d335dd9c!8m2!3d49.0702474!4d33.4247481\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Google Maps<\/a>, auf dem Einkaufszentrum Amstor in Krementschuk als &#8222;dauerhaft geschlossen&#8220; bezeichnet wird. Dies ist jedoch keine verl\u00e4ssliche Information. Google Maps selbst warnt mit einem Hinweis vor der mangelnden Aussagekraft der angegebenen \u00d6ffnungszeiten: &#8222;Die Informationen zu diesem Ort sind m\u00f6glicherweise veraltet. Achte immer auf die Bedingungen vor Ort, die sich schnell \u00e4ndern k\u00f6nnen&#8220;, hei\u00dft es in dem Eintrag, der auch in den geteilten Postings zu sehen ist. Auf der <a href=\"https:\/\/support.google.com\/maps\/answer\/3094088?hl=en\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Hilfeseite von Google Maps<\/a> ist es m\u00f6glich, inhaltliche Fehler zu melden und auf einer <a href=\"https:\/\/blog.google\/intl\/de-de\/produkte\/suchen-entdecken\/zuverlaessige-informationen-google-maps-2021\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Produktseite<\/a> erkl\u00e4rt Google, mit welchen Methoden das Unternehmen versucht, zuverl\u00e4ssige Informationen zu sammeln. Auf einer weiteren <a href=\"https:\/\/support.google.com\/business\/answer\/10417060?hl=de#zippy=%2Cwann-ihr-unternehmen-als-vor%C3%BCbergehend-geschlossen-gekennzeichnet-werden-sollte\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Hilfeseite<\/a> erkl\u00e4rt Google auch, wie sich \u00d6ffnungszeiten von Gesch\u00e4ften hinzuf\u00fcgen und \u00e4ndern lassen.<\/p>\n<p>Dass die Informationen von Google Maps nicht immer korrekt sind, zeigt sich auch daran, dass das Einkaufszentrum am 28. Juni 2022, einen Tag nach dem Anschlag, in den Google-Maps-Informationen wieder als <a href=\"https:\/\/archive.ph\/TsQrX\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">ge\u00f6ffnet aufgef\u00fchrt ist<\/a>. Einige der <a href=\"https:\/\/perma.cc\/CK3Z-YG47?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Beitr\u00e4ge<\/a> in den sozialen Medien wurden sp\u00e4ter aktualisiert, um hinzuzuf\u00fcgen, dass das Einkaufszentrum trotz der gegenteiligen Angaben auf Google Maps am Tag des Raketenangriffs ge\u00f6ffnet gewesen sein soll.<\/p>\n<p><b>Das Einkaufszentrum war ge\u00f6ffnet, wie Zeugen und Quittungen best\u00e4tigen<\/b><\/p>\n<p>Vertreter der ukrainischen Regierung widersprachen den russischen Behauptungen, das Einkaufszentrum sei am Tag des Angriffs nicht ge\u00f6ffnet gewesen: <a href=\"https:\/\/ua.linkedin.com\/in\/danil-getmantsev-3bb2b577\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Danil Getmantsev<\/a>, der <a href=\"https:\/\/forbes.ua\/inside\/pivtori-tisyachi-pidpriemtsiv-pidpisali-list-do-prezidenta-z-vimogoyu-vidstavki-danila-getmantseva-shcho-ne-vlashtovue-biznes-u-yogo-poglyadakh-na-podatkovu-politiku-pid-chas-viyni-16052022-6031\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Vorsitzende<\/a> des Ausschusses f\u00fcr Finanzen, Steuern und Zollpolitik im ukrainischen Parlament, <a href=\"https:\/\/perma.cc\/Y29R-WRTM\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">schrieb<\/a> am 28. Juni 2022 auf seinem <a href=\"https:\/\/perma.cc\/QY72-52W2\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Telegram-Kanal<\/a>, dass nach Angaben der ukrainischen Steuerbeh\u00f6rde am Tag des Angriffs 58 Kassen in dem Einkaufszentrum in Betrieb waren, die an diesem Tag einen Umsatz von 2,9 Millionen ukrainischen Hrywnja, rund 946.000 Euro, registrierten.<\/p>\n<p>Angestellte des Einkaufszentrums, die am 27. Juni 2022 verletzt wurden, gaben AFP nach dem Angriff Interviews, wie in diesem Videozu sehen ist:<\/p>\n<div class=\"g2web\" style=\"text-align: center;\"><iframe title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/t6xPmsS3IfA\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" scrolling=\"auto\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" data-mce-fragment=\"1\"><\/iframe><\/div>\n<p>Am 30. Juni sprach AFP au\u00dferdem mit Aleksandra Lukina, einer Mitarbeiterin des <a href=\"https:\/\/archive.ph\/8FVl4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Zerna-Caf\u00e9s<\/a> im Einkaufszentrum Amstroz. Sie sagte gegen\u00fcber AFP, dass sie am 26. Juni, einen Tag vor dem Angriff, dort gearbeitet habe. Am 27. Juni sei sie in der N\u00e4he des Flusses Dnipro gewesen, als sie Explosionen h\u00f6rte und zum Amstor ging. &#8222;Ich sah das ganze Geb\u00e4ude in Flammen stehen: Eingang, W\u00e4nde, alles. Ich sah Feuerwehrleute bei der Arbeit, aber auch einfache Leute, meist junge M\u00e4nner, die ihnen halfen, wo es noch m\u00f6glich war, Menschen zu retten (vor allem in der N\u00e4he des Eingangs). Ich habe viele Rettungswagen gesehen.&#8220;<\/p>\n<p>Sie best\u00e4tigte AFP auch, dass das Amstor in den vergangenen Monaten ge\u00f6ffnet war. &#8222;Das Amstor war in all den Monaten des Krieges wie gewohnt ge\u00f6ffnet. Nach dem 24. Februar 2022 war es ein oder zwei Wochen geschlossen, aber sobald uns klar wurde, dass unsere Stadt relativ sicher ist, \u00f6ffnete das Amstor und wurde nicht wieder geschlossen&#8220;, sagte sie gegen\u00fcber AFP. Sie sch\u00e4tzte, dass an Wochentagen, wie dem Montag des Anschlags, insgesamt etwa 1000 Menschen das Einkaufszentrum besuchen.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus hat AFP die Kassenbelege einer Anwohnerin aus dem Einkaufszentrum \u00fcberpr\u00fcft. Eine Quittung, die auf den 17. Juni um 13.16 Uhr datiert ist, belegt, dass ein schwarzer Herren-Lederg\u00fcrtel f\u00fcr 125 Hrywnja, etwa vier Euro, in einem Gesch\u00e4ft in der Khalamenyuka-Stra\u00dfe 7, dem Standort des Amstor-Einkaufszentrums, gekauft wurde.<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/08dbd4b36bfb52351ceabc4bd5d6879ddf560536-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Kassenbeleg aus einem Gesch\u00e4ft des Amstor-Einkaufszentrums vom 17. Juni 2022<\/span><\/div>\n<p>Ein weiterer Kassenbon desselben Gesch\u00e4fts belegt, dass das Einkaufszentrum auch eine Woche zuvor, am 11. Juni 2022 um 17.12 Uhr, ge\u00f6ffnet war. Hier wurden Sommersandalen mit Abs\u00e4tzen f\u00fcr 3038 ukrainische Hrywnja, etwa 99 Euro, gekauft.<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/a0a19a31a1e1fdcabca9dd5732f0ac7b29b0acfa-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Kassenbeleg aus einem Gesch\u00e4ft des Amstor-Einkaufszentrums vom 11. Juni 2022<\/span><\/div>\n<p>Nutzer verschiedener Telegram-Kan\u00e4le teilten zudem aktuelle Quittungen aus dem Amstor (<a href=\"https:\/\/perma.cc\/YB8X-WV8W\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/perma.cc\/SV6K-CXZX?view-mode=server-side\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier<\/a>), deren Echtheit von AFP jedoch nicht im Einzelnen best\u00e4tigt werden konnte. Sie zeigen Eink\u00e4ufe vom Tag des Anschlags zwischen 10.09 und 15.44 Uhr.<\/p>\n<p>Auch andere online gefundene Aufnahmen scheinen zu best\u00e4tigen, dass das Einkaufszentrum in den Tagen und Wochen vor dem Angriff ge\u00f6ffnet war. Die <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/61967480\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">BBC<\/a> erw\u00e4hnt in einem Beitrag ein Influencer-Paar aus Krementschuk. Auf ihrem Kanal &#8222;Family Lapkin Life&#8220; ver\u00f6ffentlichen sie regelm\u00e4\u00dfig Vlogs aus ihrem t\u00e4glichen Leben. In einem <a href=\"https:\/\/perma.cc\/4BDN-QAPG?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Video<\/a> mit dem Titel &#8222;26.06.2022 Versicherung f\u00fcr Moskwitsch abgeschlossen&#8220;, das sie am 27. Juni 2022 auf ihrem YouTube-Kanal ver\u00f6ffentlichten, sind sie beim Einkauf im Amstor zu sehen. In dem Video sind auch weitere Personen zu sehen, die dort Eink\u00e4ufe erledigen.<\/p>\n<p>Abgesehen vom Titel des Videos gibt es weitere Hinweise darauf, dass das Video erst k\u00fcrzlich aufgenommen wurde. Nach dem Angriff luden sie zwei Videos auf YouTube hoch: In einem kurzen <a href=\"https:\/\/perma.cc\/8GML-KTKE?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Video<\/a> mit dem Titel &#8222;27.06.2022 wir sind am Leben&#8220; teilen sie ihren Zuschauern mit, dass es ihnen gut geht. In einem l\u00e4ngeren <a href=\"https:\/\/perma.cc\/6TSL-N55A?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Video<\/a> mit dem Titel &#8222;27.06.2022 Thank God we went to the dacha!&#8220; sind sie in einem Ferienhaus zu sehen, wo sie erst von dem Anschlag auf das Amstor-Einkaufszentrum erfahren haben wollen. Auch auf ihren Instagram-Profilen posteten die beiden am 27. Juni 2022 jeweils ein Bild (<a href=\"https:\/\/archive.ph\/W8J0z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/archive.ph\/W8J0z\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">hier<\/a>), auf dem dieselbe Frau sehen ist, die das Einkaufszentrum besucht und die dasselbe Kleid wie in dem Video vom 27. Juni 2022 tr\u00e4gt.<\/p>\n<p>Die Nachrichtenagentur <a href=\"https:\/\/dpa-factchecking.com\/germany\/220628-99-829774\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">dpa<\/a> erw\u00e4hnt in einem Faktencheck zum Angriff auf Krementschuk, dass ein <a href=\"https:\/\/archive.ph\/VPjzn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Gesch\u00e4ft f\u00fcr Handyzubeh\u00f6r<\/a> im Amstor-Einkaufszentrum noch im Juni 2022 auf Google Maps Bilder der Filiale aktualisierte. Auf den Bildern sind auch Besucher des Einkaufszentrums zu sehen.<\/p>\n<p>Nach dem Anschlag beklagten mehrere Gesch\u00e4fte in den sozialen Medien den Verlust von Mitarbeitern, die sich w\u00e4hrend des Angriffs im Einkaufszentrum aufgehalten hatten. Das Unternehmen Comfy, das eine Filiale im Amstor betreibt, ver\u00f6ffentlichte auf seiner <a href=\"https:\/\/perma.cc\/S4J8-U8JU?view-mode=server-side&amp;type=image\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Facebook-Seite<\/a> eine Erkl\u00e4rung, in der es den 27. Juni 2022 als &#8222;schwarzen Tag&#8220; in der Geschichte der Ukraine und des Unternehmens bezeichnete. Demnach kam ein Mitarbeiter des Gesch\u00e4fts in Krementschuk bei dem Angriff ums Leben, andere wurden verletzt oder seien noch vermisst.<\/p>\n<p>Mehrere Medien sprachen zudem mit Augenzeugen, die sich w\u00e4hrend des Angrifs im Einkaufszentrum aufhielten. In einem Artikel vom 28. Juni 2022 sprach die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.nytimes.com\/2022\/06\/28\/world\/europe\/ukraine-mall-attack.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">New York Times<\/a>&#8220; mit einem Kunden, der beschrieb, dass er sich zum Zeitpunkt des Einschlags im Amstor-Einkaufszentrum befand und verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde.<\/p>\n<p><b>Ziel der Angriffe<\/b><\/p>\n<p>Unbestritten ist, dass das Einkaufszentrum in Krementschuk am 27. Juni 2022 in Folge eines russischen Raketenangriffs zerst\u00f6rt wurde und eine Rakete ein <a href=\"https:\/\/www.google.com\/url?q=https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2022\/jun\/29\/evidence-contradicts-russian-claims-about-kremenchuk-mall-attack&amp;sa=D&amp;source=docs&amp;ust=1656706776231525&amp;usg=AOvVaw23eakpu3tE1WAvS6gGnSzA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Fabrikgel\u00e4nde n\u00f6rdlich des Einkaufszentrums<\/a> traf. Die russischen Beh\u00f6rden dementieren jedoch, das Einkaufszentrum selbst getroffen zu haben. Am Tag nach dem Angriff ver\u00f6ffentlichte die russische Botschaft in London einen <a href=\"https:\/\/archive.ph\/M1XLb\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Tweet<\/a>, in dem sie behauptete, eine der beiden Raketen habe nicht das Einkaufszentrum, sondern die Bahngleise in der N\u00e4he des <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/U1xANfFj1X7W7m4B6\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Bahnhofs von Krementschuk<\/a> getroffen, \u00fcber die ukrainische Truppen mit Nachschub versorgt w\u00fcrden. Die Bahngleise liegen etwa 320 Meter \u00f6stlich des Einkaufszentrums.<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/2818b3442c8aab4221fa9e77b98c9ea4809994b5-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Satellitenbild des Amstor-Einkaufszentrums und des nahe gelegenen Fabrikgel\u00e4ndes. Die Entfernung zwischen dem Einkaufszentrum und der Einschlagstelle der zweiten Rakete betr\u00e4gt mehr als 500 Meter, Screenshot aus Google Maps: 30.06.2022 (Hervorhebungen durch AFP)<\/span><\/div>\n<p>Der russischen Darstellung zufolge galt der Angriff einer Fabrik f\u00fcr Stra\u00dfenbaumaschinen, &#8222;in der westliche Milit\u00e4rausr\u00fcstung und Munition gelagert wurden&#8220;. Der Raketeneinschlag f\u00fchrte dort zu Explosionen, die wiederum &#8222;einen Brand in einem nicht funktionierenden Einkaufszentrum neben den Anlagen der Fabrik&#8220; verursachten. Verschiedene Aufnahmen von \u00dcberwachungskameras und Videos, die in den sozialen Medien gepostet wurden, widersprechen dieser Schilderung der Ereignisse jedoch.<\/p>\n<p>Diese <a href=\"https:\/\/archive.ph\/wip\/lt0qk\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Aufnahme<\/a> einer \u00dcberwachungskamera von einem Betriebsgel\u00e4nde n\u00f6rdlich des Einkaufszentrums, die von einem Berater des ukrainischen Pr\u00e4sidenten Wolodymyr Selenskij auf Twitter ver\u00f6ffentlicht wurde, zeigt den Moment des Einschlags einer der beiden Raketen. AFP konnte den <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/rrg7MazCuAn7wHQZ8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Standort der Kamera<\/a> anhand von Satellitenbildern von Google Maps rekonstruieren. Obwohl der genaue Ort des Einschlags aus dem Filmmaterial nicht bestimmt werden kann, wird aus dem Winkel der Rakete deutlich, dass sie nicht in Richtung des Bahnhofs oder des Fabrikgel\u00e4ndes flog. Auch die Satellitenaufnahmen von den Folgen der Einschl\u00e4ge zeigen keine sichtbaren Sch\u00e4den in der N\u00e4he des Bahnhofs, wie auch eine Untersuchung der Rechercheplattform <a href=\"https:\/\/www.bellingcat.com\/news\/2022\/06\/29\/russias-kremenchuk-claims-versus-the-evidence\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Bellingcat<\/a> zeigt.<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/c82e4aac4def6fe25be8315db362bb4d8db57df9-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Satellitenbild des Einkaufszentrums und der vermuteten Position der \u00dcberwachungskamera (links). Screenshot der Aufzeichnung des \u00dcberwachungsmaterials kurz vor dem Einschlag der Rakete (rechts), Screenshots aus Google Maps: 30.06.2022 (Hervorhebungen durch AFP)<\/span><\/div>\n<p>Weitere Aufnahmen von \u00dcberwachungskameras aus der Umgebung zeigen die beiden Raketeneinschl\u00e4ge aus dem nahe gelegenen <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/zmfUhmaRgx7hr17y8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Mis&#8217;ky-Park<\/a> (oder &#8222;<a href=\"https:\/\/discover.ua\/en\/en\/locations\/miskij-sad\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">City Garden<\/a>&#8222;), der sich n\u00f6rdlich des Fabrikgel\u00e4ndes befindet. Das Filmmaterial wurde AFP vom Manager des Parks, Vitaly Dedyurin, zur Verf\u00fcgung gestellt. Der Park befindet sich etwa 530 Meter n\u00f6rdlich des Einkaufszentrums und in unmittelbarer N\u00e4he des Fabrikgel\u00e4ndes. Die Aufnahmen zeigen, wie mehrere Parkbesucher versuchen, vor den umherfliegenden Tr\u00fcmmern des zweiten Raketeneinschlags in Deckung zu gehen.<\/p>\n<div class=\"g2web\" style=\"text-align: center;\"><iframe title=\"YouTube video player\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/8nmzwGegZug?controls=0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" scrolling=\"auto\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\" data-mce-fragment=\"1\"><\/iframe><\/div>\n<p>Bei 00:29 ist im Hintergrund eine Rauchwolke(oranger Pfeil) zu sehen, die von einer Explosion aufzusteigen scheint, bevor kurz darauf die zweite Rakete (roter Pfeil)\u00a0 einschl\u00e4gt. Anhand der geographischen Lage des Parks l\u00e4sst sich schlussfolgern, dass der Rauch aus Richtung des Einkaufszentrums(oranger Pfeil) und nicht vom Bahnhof stammen muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"wysiwyg\" class=\"www-item image\"><img class=\"lazyload blur-up\" src=\"https:\/\/belux.edmo.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/07\/4df48686aedf3ac0e1b798ed8ff14c364c717375-ipad.jpg\" data-original=\"\" \/><span class=\"legend\">Satellitenbild der Umgebung des Fabrikgel\u00e4ndes (links) und ein Screenshot eines \u00dcberwachungsvideos aus dem Mis&#8217;ky-Park (rechts). In diesem Moment schl\u00e4gt die zweite Rakete in dem Fabrikgel\u00e4nde ein (oben links, von AFP rot markiert). Am mittleren oberen Bildrand ist bereits eine Rauchwolke zu sehen (oben, von AFP orange markiert), in etwa dort, wo auch das Einkaufszentrum liegt.<\/span><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus betr\u00e4gt die Entfernung zwischen dem Einkaufszentrum und dem angegriffenen Fabrikgel\u00e4nde rund 530 Meter.\u00a0 Es ist unwahrscheinlich, dass der Brand des Einkaufszentrums durch ein Feuer auf dem Fabrikgel\u00e4nde verursacht wurde, wie von der russischen Regierung behauptet wird. Am 1. Juli 2022 sprach AFP mit Oleksandr Zholonkovskiy, der nach eigenen Angaben seit 1994 in der Fabrik arbeitet. Am 28. und 29. Juni 2022 reinigte er das Gel\u00e4nde seiner Firma von zerbrochenen Fensterscheiben.<\/p>\n<p>Im Werk, sagte er, habe es \u00fcberhaupt kein Feuer gegeben. Auch er h\u00e4lt es f\u00fcr ausgeschlosen, dass der Treffer dauf dem Fabrikgel\u00e4nde das Einkaufszentrum in Brand h\u00e4tte setzen k\u00f6nnen: &#8222;Der Einschlag hat den Teil des Werks getroffen, der weit vom Amstor entfernt ist, fast auf der gegen\u00fcberliegenden Seite. Es ist also unm\u00f6glich, dass sich das Feuer derart h\u00e4tte ausbreiten k\u00f6nnen.&#8220; Er habe auch nie gesehen, dass milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung, Waffen oder Munition auf dem Werksgel\u00e4nde gelagert wurden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.france24.com\/en\/live-news\/20220628-russian-account-of-ukraine-mall-strike-absurd-residents-say\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">AFP<\/a>-Journalisten besuchten die Maschinenfabrik am 28. Juni 2022 und stellten fest, dass lediglich ein Geb\u00e4ude zerst\u00f6rt wurden, w\u00e4hrend andere intakt blieben. Auf den ersten Blick sahen sie keinerlei milit\u00e4rische Ausr\u00fcstung. Auch die befragten Anwohner wussten nichts von einer milit\u00e4rischen Nutzung.<\/p>\n<p><b>Experte h\u00e4lt die verwendeten Raketen f\u00fcr unpr\u00e4zise<\/b><\/p>\n<p>Unter Berufung auf Angaben des ukrainischen Luftwaffenkommandos berichtete die Nachrichtenagentur <a href=\"https:\/\/www.reuters.com\/article\/uk-ukraine-crisis-kremenchuk-president\/at-least-two-killed-in-russian-missile-strike-on-shopping-mall-ukraine-says-idUKKBN2O814S\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Reuters<\/a> am 27. Juni 2022, der Angriff sei mit russischen <a href=\"https:\/\/en.missilery.info\/missile\/x22\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">X-22-Raketen<\/a> erfolgt. Die Marschflugk\u00f6rper, die auch als Kh- oder Ch-22 bezeichnet werden, sollen demnach von Tu-22M3-Bombern abgefeuert worden sein, die vom <a href=\"https:\/\/goo.gl\/maps\/1WJ6GwganFxL9zdm8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Flugplatz Shaykovka<\/a> in der russischen Region Kaluga gestartet sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/unidir.org\/staff\/pavel-podvig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Pavel Podvig<\/a> ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am <a href=\"http:\/\/www.unidir.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" shape=\"rect\">Institut der Vereinten Nationen f\u00fcr Abr\u00fcstungsforschung (Unidir)<\/a> und Experte f\u00fcr russische Waffen. Am 30. Juni 2022 schrieb er in einer E-Mail an AFP, dass Marschflugk\u00f6rper vom Typ X-22 urspr\u00fcnglich als Anti-Schiffs- oder Anti-Radar-Raketen entwickelt worden seien. Ihm zufolge sind diese Raketen keine Pr\u00e4zisionswaffen, wie die russischen Streitkr\u00e4fte behaupten, insbesondere nicht, wenn sie f\u00fcr Ziele an Land eingesetzt werden. Raketen dieser Art suchten in der Regel nach einem kontrastreichen Ziel, wie ein Schiff auf dem Meer f\u00fcr ein Radar aussehen w\u00fcrde, erkl\u00e4rte Podvig. &#8222;Es w\u00fcrde auch bedeuten, dass sie nicht in der Lage sind, Ziele an Land mit einer gewissen Pr\u00e4zision anzugreifen. Sie k\u00f6nnen eine Fl\u00e4che an Land treffen, aber wahrscheinlich nicht mehr als das.&#8220;<\/p>\n<p>Auf die Frage, ob eine X-22-Rakete ihr Ziel um mehrere hundert Meter verfehlen k\u00f6nne, sagte Podvig: &#8222;Ja, diese Art von Verfehlung scheint mir denkbar. Die Rakete wird wahrscheinlich das Ziel angreifen, welches das st\u00e4rkste Signal innerhalb eines bestimmten Bereichs reflektiert, der durchaus in der Gr\u00f6\u00dfenordnung eines Kilometers liegen kann. Je nach den Umst\u00e4nden k\u00f6nnte es sich dabei nicht um das Ziel handeln, das die Rakete eigentlich treffen sollte. Wenn der Angreifer nicht sicher ist, dass das beabsichtigte Ziel tats\u00e4chlich das st\u00e4rkste Signal zur\u00fccksenden wird (wie es bei einem Schiff der Fall w\u00e4re), sollte er damit rechnen, dass die Rakete ein anderes Objekt treffen k\u00f6nnte.&#8220;<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong>Das Shoppingcenter Amstor im ukrainischen Krementschuk war ge\u00f6ffnet, bis es am 27. Juni 2022 zerst\u00f6rt wurde. Rechnungen, Videos und Augenzeugenberichte belegen das. Ein anderslautender Google-Maps-Eintrag kann nicht als Beleg herangezogen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie mehrere Nachrichtenagenturen (hier, hier), darunter auch AFP, berichteten, schlug am 27. Juni 2022 eine russische Rakete in einem Einkaufszentrum in der zentralukrainischen Stadt Krementschuk ein. 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