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Von Antivax zu Kriegspropaganda

Infographic - DE

Brüssel, 3. Mai – Eine Analyse von 225 allgemein zugänglichen niederländischsprachigen Telegram-Kanälen aus rechtsextremen Kreisen und dem Verschwörungsmilieu, einige davon aus Belgien, zeigt die Durchlässigkeit zwischen Desinformation im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und pro-russischer Kriegspropaganda auf. Die Untersuchung von EDMO BELUX wirft außerdem ein Schlaglicht darauf, wie sich dieses Phänomen in den globalen Trend einer Übereinstimmung der Narrative zu diesen beiden Themen einfügt.

Vor dem Hintergrund eines neuen Höhepunkts an Desinformation zu Beginn des Krieges in der Ukraine und aufbauend auf die aus der Coronavirus-Infodemie und der Verbreitung internationaler Desinformationsnarrative gezogenen Lehren haben sich die VUB und das EU DisinfoLAB zusammengetan, um zu analysieren, wie sich diese globalen Trends in Belgien, insbesondere in allgemein zugänglichen niederländischsprachigen Telegram-Kanälen, niedergeschlagen haben.

Im ersten Teil dieser Untersuchung führten die Forscher eine vergleichende länder-, sprachen- und plattformübergreifende Analyse faktengeprüfter Desinformation durch. Von Behauptungen über Verschwörungen bis zu Clickbait ergaben sich Übereinstimmungen in Bezug auf die Narrative, die im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie und dem russischen Einmarsch in die Ukraine verbreitet wurden.

Ein erstes Narrativ verleiht dem Gefühl Ausdruck, dass sich die Dinge (sei es der Krieg oder das Virus) unkontrolliert aufschaukeln. Erfundene Behauptungen wie ein Genozid durch Ukrainer erinnern an Verbrechen gegen die Menschlichkeit und an Vorwürfe bezüglich einer mutmaßlichen Planung der Pandemie und der Leistungsfähigkeit von COVID-19-Impfstoffen. Die Erinnerung an das Nazi-Regime hat viele dazu verleitet, diesen Begriff zum Zwecke der Herabwürdigung einzusetzen: von der Bezeichnung der Invasion als „Entnazifizierung“ bis zur Gleichsetzung des Umgangs mit Ungeimpften mit der Judenverfolgung. Verschwörungstheorien sind derzeit im Überfluss vorhanden und sie stoßen in bestimmten Kreisen auf Widerhall, in denen meist die Überzeugung herrscht, dass es einerseits von den USA finanzierte Biotechnologielabore in der Ukraine gibt und andererseits COVID-19 in einem Labor in Wuhan künstlich hergestellt wurde. Dieselbe Mentalität führt zur Leugnung von Fakten und zur Trivialisierung von Opfern des Krieges und des Virus.

Maria Giovanna Sessa, Senior Researcher am EU DisinfoLab und Mitautorin der Studie, erklärt: „Politische und internationale Krisen können die Grundlage einer Informationskrise sein. Der aktuelle Krieg in der Ukraine im Anschluss an die COVID-19-Infodemie zeigt, wie sich Desinformationsnarrative gleichen können.“

Die EDMO BELUX Studie “Von Antivax zu Kriesgspropaganda” wurde in der Juni-Ausgabe 2022 des RAN Spotlight vorgestellt. Lesen Sie sie hier (auf Englisch).